Digitale Souveränität

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Was ist Digitale Souveränität? (Definition)

Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit von Einzelpersonen, Institutionen und staatlichen Organen, in der vernetzten Welt eigenständig und selbstbestimmt zu agieren. Es geht dabei um die Kompetenz, Informationstechnologien sicher zu nutzen, diese nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und dabei stets die volle Kontrolle über die eigenen sowie die anvertrauten Daten zu behalten. In einer Zeit, in der die digitale Transformation alle Lebensbereiche durchdringt, bildet dieses Konzept das Fundament für eine unabhängige Handlungsfähigkeit im virtuellen Raum.

 

Welche Bedeutung hat das Konzept für die Gesellschaft?

Die Relevanz ergibt sich vor allem aus dem Wunsch, Abhängigkeiten von einzelnen großen Technologieanbietern oder fremden Staaten zu reduzieren. Wenn Gesellschaften und Verwaltungen nicht mehr in der Lage sind, ihre IT-Komponenten frei zu wählen oder auszutauschen, entstehen sogenannte Lock-in-Effekte, die Innovationen hemmen und die Resilienz schwächen können.

Die digitale Selbstbestimmung ruht dabei im Wesentlichen auf drei Säulen:

  • Individuelle Ebene: Bürger benötigen digitale Kompetenzen, um Chancen zu nutzen und Risiken wie Datenmissbrauch eigenverantwortlich einschätzen zu können.
  • Wirtschaftliche Ebene: Für Unternehmen ist es ein strategischer Erfolgsfaktor, IT-Sicherheit zu gewährleisten und über die Speicherung ihrer geschäftlichen Informationen unabhängig zu entscheiden.
  • Staatliche Ebene: Die öffentliche Verwaltung muss verlässliche und geschützte Infrastrukturen bereitstellen, um die Daseinsvorsorge und Handlungsfähigkeit des Staates dauerhaft zu sichern.

 

Wie kann digitale Unabhängigkeit erreicht werden?

Um Souveränität in der Praxis umzusetzen, sind verschiedene technologische und organisatorische Maßnahmen erforderlich. Ein zentraler Schlüssel ist der Einsatz von Open Source Software, da diese Transparenz bietet und die Bindung an proprietäre Anbieter verringert. Zudem spielt die Nutzung offener Standards eine wichtige Rolle, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen zu gewährleisten.

Ein weiterer wesentlicher Baustein ist die Etablierung sicherer Transportwege und Infrastrukturen. Durch Verfahren wie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann die Vertraulichkeit der Datenübermittlung gesteigert werden. Für Organisationen bedeutet dies oft auch den Aufbau eigener digitaler Kapazitäten oder die Nutzung europäischer Cloud-Lösungen, um eine lückenlose Revisionssicherheit und die Einhaltung lokaler Datenschutzstandards zu garantieren.

 

Warum ist die Umsetzung oft eine Herausforderung?

Obwohl das Ziel einer souveränen Gestaltung der IT weitgehend anerkannt ist, stagniert die praktische Umsetzung häufig. Das liegt zum einen an der hohen Komplexität globaler Lieferketten und zum anderen an der Schwierigkeit, etablierte, marktbeherrschende Systeme kurzfristig zu ersetzen. Oft fehlen unmittelbar verfügbare Alternativen, die den gleichen Funktionsumfang bieten.

Zusätzlich erfordert der Weg zur Souveränität eine klare strategische Ausrichtung. Es genügt nicht, punktuelle Maßnahmen zu ergreifen; vielmehr muss ein kontinuierlicher Prozess angestoßen werden, der von der Gesetzgebung über die Bildung bis hin zur technologischen Forschung reicht. Nur durch eine koordinierte Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft lässt sich langfristig sicherstellen, dass die digitale Welt ein Raum der Freiheit und Selbstbestimmung bleibt.

Enterprise Content Management (ECM) kann dabei helfen, interne Geschäftsprozesse transparent zu verwalten und die Hoheit über sensible Dokumente innerhalb sicherer Infrastrukturen zu wahren.

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