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09. Januar 2026 | Legal & Compliance

Revisionssichere Archivierung mit DMS-Software: GoBD-konform

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Revisionssichere Ablage ist ein Thema, das alle Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler betrifft – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Sie betrifft ausnahmslos alle, die steuerlich relevante oder geschäftliche Dokumente erzeugen oder empfangen. Überall dort, wo Rechnungen geprüft, Buchungen vorgenommen, Verträge verwaltet oder geschäftliche E-Mails ausgetauscht werden, entstehen aufbewahrungspflichtige Unterlagen. Sobald diese Dokumente verarbeitet und abgelegt werden, gelten die Anforderungen an eine revisionssichere Archivierung. Gerade im Mittelstand, wo Prozesse oft über Jahre gewachsen sind und Dokumente in verschiedenen Systemen oder Ablagen liegen, ist eine strukturierte und rechtssichere Archivierung entscheidend für Transparenz, Effizienz und Prüfungssicherheit.

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Kurzdefinition: Revisionssichere Archivierung

Bei der revisionssicheren Archivierung werden elektronische Dokumente vollständig, unveränderbar, nachvollziehbar, jederzeit auffindbar und über die gesetzlich vorgeschriebene Dauer verfügbar aufbewahrt. Revisionssicherheit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Dokumente so abgelegt sind, dass sie einer internen oder externen Prüfung standhalten.

Was ist DMS-Software?

Ein Dokumentenmanagement-System (DMS) ist eine Softwarelösung, in der Dokumente und Informationen zentral digital verwaltet, archiviert und bereitgestellt werden. Ziel ist es, Dokumente strukturiert abzulegen, schnell auffindbar zu machen, sicher zu verwalten und in Geschäftsprozesse zu integrieren. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus eines Dokuments abgebildet, von der Erfassung über die Bearbeitung bis hin zur revisionssicheren Archivierung.

In einem DMS lassen sich alle Arten von Dokumenten verwalten:

  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen
  • Angebote, Auftragsbestätigungen und Lieferscheine
  • Verträge, Vereinbarungen und Nachträge
  • Geschäftsbriefe und E-Mails inklusive Anhängen
  • Personalunterlagen und Bewerbungsdokumente
  • Technische Dokumentationen, Zeichnungen und Projektunterlagen
  • Protokolle, Präsentationen und interne Richtlinien

Durch die zentrale Ablage, intelligente Suchfunktionen und klare Zugriffsrechte schafft ein DMS Transparenz, reduziert Suchzeiten und sorgt dafür, dass Informationen dort verfügbar sind, wo sie im benötigt werden – nicht erst nach einer halben Stunde Ordnerakrobatik.

Vorteile der elektronischen Ablage

Die elektronische Ablage bildet die Grundlage für eine transparente und rechtssichere Dokumentenverwaltung. Im Vergleich zu papierbasierten Archiven bietet sie nicht nur mehr Komfort, sondern auch messbare betriebliche Vorteile. 

Schnelle Auffindbarkeit und Zeitersparnis

Dokumente lassen sich über Volltext- und Schlagwortsuche innerhalb weniger Sekunden finden, unabhängig davon, wann sie abgelegt wurden oder wie umfangreich das Archiv ist. Lange Suchzeiten, manuelle Ordnerstrukturen und Medienbrüche gehören damit der Vergangenheit an.

Platzersparnis und Skalierbarkeit

Physische Archive, Aktenräume und externe Lagerflächen entfallen. Digitale Archive wachsen flexibel mit dem Unternehmen, ohne zusätzlichen Platzbedarf oder organisatorischen Mehraufwand.

Rechtssicherheit und GoBD-Konformität

Mit einem Dokumentenmanagement-System (DMS) lassen sich alle Arten von Geschäftsdokumenten, Rechnungen und geschäftsrelevante E-Mails gesetzeskonform archivieren. Aufbewahrungsfristen, Unveränderbarkeit und Protokollierung werden systemseitig unterstützt.

Schutz vor Datenverlust und Versionierung

Dokumente werden strukturiert gespeichert und vor unbeabsichtigtem Löschen oder Manipulation geschützt. Änderungen sind nachvollziehbar dokumentiert, frühere Versionen bleiben erhalten und können bei Bedarf wiederhergestellt werden.

Nachvollziehbarkeit und Transparenz

Alle Zugriffe und Bearbeitungsschritte werden nachvollziehbar protokolliert. Das schafft Transparenz, vereinfacht interne Prüfungen und erhöht die Sicherheit.

Prozessintegration und flexible Nutzung

Moderne DMS-Lösungen lassen sich direkt in ERP- und Fachsysteme integrieren. Dokumente stehen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden, im Einkauf, in der Buchhaltung oder im Vertrieb. Gleichzeitig ist der Zugriff standortunabhängig möglich, etwa im Homeoffice oder unterwegs.

Revisionssichere Archivierung in Unternehmen

Wer Dokumente nicht revisionssicher archiviert, riskiert Bußgelder, Steuernachzahlungen oder Beanstandungen bei Betriebsprüfungen. Gleichzeitig verlieren Unternehmen Effizienz, wenn Informationen nicht schnell, strukturiert und nachvollziehbar verfügbar sind.

Da der Großteil geschäftlicher Kommunikation heute digital erfolgt, vor allem über E-Mails, ERP-Systeme und Fachanwendungen, müssen auch diese Daten revisionssicher archiviert werden. Spätestens bei Jahresabschlüssen, Steuerprüfungen oder rechtlichen Auseinandersetzungen müssen Unterlagen vollständig und nachvollziehbar vorgelegt werden können.

Die Archivierungspflicht gilt unabhängig von der Unternehmensgröße oder Rechtsform. Maßgeblich sind unter anderem die GoBD, die klare Anforderungen an Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und Vollständigkeit elektronischer Unterlagen stellen sowie das Handelsgesetzbuch (HGB) und die Abgabenordnung (AO)

Besonders wichtig ist dabei, dass nicht nur klassische Dokumente archiviert werden müssen, sondern auch Daten aus angebundenen Systemen wie Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft oder Kassensystemen. Eine einfache Ablage innerhalb der einzelnen Anwendungen reicht in der Regel nicht aus, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Hierfür muss ein GoBD-konformes, revisionssicheres Archivsystem genutzt werden.

Rechtssichere Archivierung: GoBD und DSGVO

Revisionssicherheit und Datenschutz gehören zusammen. Die GoBD regeln, wie steuerlich relevante Dokumente ordnungsgemäß digital aufbewahrt werden müssen. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) definiert wie personenbezogene Daten verarbeitet, geschützt und gelöscht werden dürfen, auch im Archiv. Unternehmen müssen beide Regelwerke gleichzeitig erfüllen.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass:

  • Daten nur für festgelegte Zwecke gespeichert werden (Zweckbindung),
  • Zugriffe klar geregelt und dokumentiert sind,
  • personenbezogene Daten nach Ablauf der Fristen datenschutzkonform gelöscht werden,
  • technische und organisatorische Schutzmaßnahmen umgesetzt sind.

In der Praxis entsteht hier eine besondere Herausforderung: Jedes Dokument unterliegt unterschiedlichen Aufbewahrungsfristen, abhängig von Inhalt, gesetzlicher Grundlage und geschäftlichem Kontext. Eine manuelle Verwaltung und Löschung dieser Daten ist im laufenden Betrieb kaum realistisch. Ein professionelles Dokumentenmanagement-System übernimmt diese Aufgabe automatisiert, steuert Fristen, überwacht Löschregeln und sorgt dafür, dass Daten fristgerecht und nachvollziehbar entfernt werden.

Gleichzeitig müssen Unternehmen jederzeit Auskunft darüber geben können, welche personenbezogenen Daten gespeichert sind, zu welchem Zweck sie verarbeitet werden und wie lange sie aufbewahrt werden. Auch diese Anforderungen lassen sich nur mit einer strukturierten digitalen Archivierung zuverlässig erfüllen. 

Kurz gesagt: Erst das Zusammenspiel aus GoBD-konformer Archivierung und DSGVO-konformem Datenschutz macht ein digitales Archiv wirklich rechtssicher und schützt Unternehmen nicht nur vor regulatorischen Risiken, sondern auch vor unnötigem organisatorischem Aufwand.

Diese Dokumente müssen archiviert werden

Nicht jedes Dokument ist aufbewahrungspflichtig – viele geschäftliche Unterlagen jedoch schon. Gesetzliche Regelungen legen fest, welche Dokumente archiviert werden müssen und wie lange sie aufzubewahren sind. Die Aufbewahrungsfristen liegen je nach Dokument in der Regel bei sechs oder zehn Jahren

Grundsätzlich gilt: Alle Dokumente, die für die Besteuerung und die Nachvollziehbarkeit von Geschäftsvorfällen relevant sind, müssen vollständig, unveränderbar und nachvollziehbar archiviert werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen
  • Buchungsbelege und Buchungsjournale
  • Verträge, Vertragsänderungen und Nachträge
  • Lieferscheine, Frachtbriefe und Zahlungsbelege
  • Geschäftsbriefe und geschäftsrelevante E-Mails
  • Jahresabschlüsse, Bilanzen und Steuerunterlagen
  • Inventarlisten und sonstige Bestandsnachweise
  • Personalunterlagen, soweit sie abrechnungs- oder steuerrelevant sind
  • Sonstige Dokumente, sofern sie im Rahmen der Besteuerung relevant sind

Entscheidend ist nicht nur, dass diese Dokumente archiviert werden, sondern wie sie archiviert werden. Vor allem bei Rechnungen, Buchungsbelegen und steuerrelevanten Unterlagen müssen Ordnung, Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit jederzeit gewährleistet sein.

On-Demand Webinar: Deep Dive GoBD-Verfahren und Archivierung

 

In unserem exklusiven On-Demand Webinar zeigen die Experten von KPMG und edoc, worauf es bei der GoBD-konformen Umsetzung ankommt und wie Sie Ihre Prozesse rechtskonform gestalten:

  • Was sind die GoBD und warum sind sie so wichtig?
  • Welche Anforderungen gelten für das E-Invoicing?
  • Was muss archiviert werden – und wie?
  • Die Verfahrensdokumentation: Inhalte und Best Practice

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Welche Software eignet sich für revisionssichere Archivierung?

Eine revisionssichere Archivierung lässt sich nicht mit einfachen Dateiablagen, Netzlaufwerken oder Cloud-Ordnern umsetzen. Solche Strukturen sind weder ausreichend geschützt noch bieten sie die notwendige Nachvollziehbarkeit, Versionierung oder Zugriffskontrolle. Dateien verschwinden schnell in unklar benannten Ordnern, Änderungen lassen sich kaum sauber dokumentieren und im Prüfungsfall fehlt die erforderliche Transparenz.

Erforderlich ist eine professionelle Dokumentenmanagement- oder ECM-Software, die technische, organisatorische und rechtliche Anforderungen systemseitig unterstützt. Eine geeignete Lösung sollte mindestens folgende Funktionen bereitstellen:

  • Unveränderbare Archivformate zur Sicherstellung der Integrität von Dokumenten
  • Versions- und Protokollierungskonzepte, um Änderungen nachvollziehbar zu dokumentieren
  • Rollen- und Rechtemanagement für kontrollierten Zugriff
  • Leistungsfähige Such- und Filterfunktionen für schnelle Auffindbarkeit
  • Integration in bestehende Systeme, etwa ERP, Buchhaltung oder E-Mail
  • Unterstützung gesetzlicher Aufbewahrungsfristen inklusive automatisierter Fristensteuerung

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Software. Revisionssicherheit entsteht erst im Zusammenspiel aus Technologie, Prozessen, Organisation und Dokumentation. Neben der DMS-Lösung benötigen Unternehmen einen geeigneten, revisionssicheren Speicher, klar definierte Ablage- und Zugriffsprozesse sowie eine nachvollziehbare Verfahrensdokumentation. 

Wer also revisionssicher archivieren möchte, braucht mehr als eine digitale Ablage. Er braucht eine durchdachte Systemlandschaft, saubere Prozesse und eine Software, die Rechtssicherheit technisch absichert.

Revisionssichere Archivierung in der Cloud

Cloud-Lösungen lassen sich heute problemlos revisionssicher einsetzen, sofern die rechtlichen und technischen Anforderungen erfüllt werden. Für viele Unternehmen ist die Cloud inzwischen der bevorzugte Weg, um digitale Archive flexibel, skalierbar und mit überschaubarem IT-Aufwand zu betreiben.

Ein cloudbasiertes Dokumentenmanagement-System speichert Dokumente zentral und macht sie orts- und geräteunabhängig verfügbar, wodurch Informationen jederzeit schnell auffindbar sind und Arbeitsprozesse effizienter werden. Gleichzeitig müssen gesetzliche Anforderungen an Aufbewahrung und Revisionssicherheit erfüllt werden: Änderungen werden nachvollziehbar protokolliert, Originale bleiben unverändert und Aufbewahrungsfristen werden zuverlässig eingehalten, sodass Dokumente jederzeit prüfungssicher bereitstehen.

Bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters sollten Unternehmen insbesondere auf folgende Punkte achten:

Serverstandort: Idealerweise innerhalb der EU, um Datenschutzanforderungen sicher einzuhalten

Zertifizierungen und Sicherheitsstandards: Nachweise zu Informationssicherheit, Datenschutz und Betriebssicherheit

Transparente Zugriffskonzepte: Klare Rollen- und Berechtigungssysteme

Regelungen zur Datenhoheit: Klare vertragliche Vereinbarungen zur Eigentümerschaft und Verfügbarkeit der Daten

Richtig umgesetzt bietet die revisionssichere Archivierung in der Cloud eine hohe Verfügbarkeit, flexible Skalierbarkeit und einen deutlich geringeren Betriebsaufwand für die eigene IT, ohne Abstriche bei Sicherheit und Compliance. Gleichzeitig behalten Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten und gewinnen die Freiheit, ihre Dokumente genau dort zu nutzen, wo sie im Arbeitsalltag gebraucht werden.

Fazit

Eine revisionssichere Archivierung stellt sicher, dass geschäftsrelevante Dokumente vollständig, unveränderbar und nachvollziehbar über die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen hinweg verfügbar bleiben. Damit wird die Basis für rechtssichere Abläufe, transparente Prozesse und belastbare Auskunftsfähigkeit gegenüber Prüfinstanzen geschaffen.

Ein professionelles Dokumentenmanagement-System übernimmt dabei eine Schlüsselrolle: Es strukturiert Dokumente zentral, ermöglicht schnelle Recherche, steuert Aufbewahrungs- und Löschfristen und unterstützt die Einhaltung von GoBD und DSGVO. Durch die Integration in bestehende ERP- und Fachsysteme wird das Archiv zum aktiven Bestandteil der täglichen Prozesse, nicht zur isolierten Ablage. Cloudbasierte Lösungen erweitern diese Vorteile um Skalierbarkeit, hohe Verfügbarkeit und flexible Nutzung, ohne Abstriche bei Sicherheit oder Compliance.

Gerade für mittelständische Unternehmen, in denen Dokumentenprozesse häufig historisch gewachsen sind, bietet revisionssichere Archivierung die Chance, Ordnung, Effizienz und Transparenz nachhaltig zu verbessern. Wer das Thema ganzheitlich angeht – technisch, organisatorisch und prozessual – reduziert Risiken, vereinfacht Prüfungen und schafft eine stabile Grundlage für weiteres digitales Wachstum.

Sie wollen mehr erfahren über die revisionssichere Archivierung erfahren? Wir sind persönlich für Sie da!

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Autor:in
Alexandra Skroblin
Content Marketing Managerin

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